Mals als Vorbild: „Lebensmittel und Gifte passen nicht zusammen“

NL2Auf der „Wir haben es satt“ – Demonstration in Berlin vom Sa, 20. Januar 2018 hielt auch Ulrich Veith aus Südtirol eine Rede. Er ist Bürgermeister von Mals, der ersten pestizidfreien Gemeinde Europas. 

Herr Veith, Sie sind Bürgermeister der Südtiroler Gemeinde Mals. Warum sind Sie nach Berlin zur Demonstration gefahren?

Ulrich Veith: Wir haben in unserer Gemeinde alle chemischen Pestizide verboten. Es sind vor allem zwei Punkte, die wir in Mals einfach nicht verstehen können und auch nicht verstehen wollen. Erstens: Wie kann man wirklich glauben, dass Mittel, die Tiere und Pflanzen töten, für uns Menschen unbedenklich sind? Und zum Zweiten: Was bitte haben Gifte in der Produktion von Lebensmitteln verloren? Lebensmittel und Gifte passen nicht zusammen! Das sehe nicht nur ich als Bürgermeister so, sondern auch 76% unserer Gemeinde. Diese wünscht sich eine Landwirtschaft in ihrem Lebensraum, die ohne chemische Pestizide auskommt. Und das ist eine klare Aussage. Diesem Wunsch sind wir mit dem Pestizidverbot nachgekommen, weil bei uns das Volk das Sagen hat. Lobbyisten haben in Mals Hausverbot.

Was hat sich in Südtirol seitdem verändert?

Die Abstimmung bei uns in Mals war 2014 und seitdem hat sich wirklich viel getan. Die Umstellquote auf Bio ist extrem hoch. Vor Weihnachten hat sogar unser Landesrat bekannt gegeben, dass er seine Landwirtschaft umstellt. Seine Äpfel werden in Zukunft Bio sein. Das ist ein klares Signal. Und auch unser Landeshauptmann macht sich für eine nachhaltige Landwirtschaft stark. Darauf sind wir wirklich stolz.

Was können wir von Mals lernen?

Ich glaube, das Beispiel Mals zeigt, dass es sich lohnt, für eine bessere Welt einzustehen. Heute ist Mals frei von chemischen Pestiziden, in einigen Jahren wird es ganz Südtirol sein und wir träumen davon, dass auch Europa mitzieht. Unser Beispiel zeigt, dass großes immer im Kleinen entsteht. Das ist ganz normal. Und jeder von uns kann und muss seinen Beitrag leisten. Das ist einfach! Es braucht nur ein bisschen Weitsicht, Mut und Ausdauer. Mehr braucht es nicht.

Mehr zu Mals findest Du hier: https://www.umweltinstitut.org/

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