Wie Pflanzen miteinander kommunizieren

koechlin3Ich besuchte gestern in der Roten Fabrik in Zürich einen Vortrag von Florianne Koechlin mit dem Titel „Pflanzenpalaver“. Sie erklärte wie die Pflanzen miteinander kommunizieren, sich unterstützen und ihre Umgebung schmecken und sogar hören können!

Am Beispiel der Tomatenpflanze oder Akazie klärte sie uns darüber auf, dass diese zum Beispiel bei Angriffen von Tieren wie Raupen oder Giraffen aus Ihren Wurzel bestimmte Duftstoffe ziehen und diese dann aussenden, was wiederum die benachbarten Pflanzen warnt, da sie es „riechen“ können. Um sich dann vor dem Angreifer zu schützen produzieren diese dann Bitterstoffe welche dem Tier nicht schmecken und so weiterziehen lässt. Wird eine Tomate von einer Milbe angegriffen sendet diese Tomate einen Stoff aus der wiederum eine Raupe anzieht welche dann die Milbe auffrisst! Ob es eine Raupe oder Milbe ist, die sie anknabbert, erkennt die Tomate an ihrem Speichel. Interessant war auch, dass die Pflanzen erst ihre Artgenossen warnen und sich dann erst verteidigen.

Die Akazie hat gelernt durch einen extrafloralen Nektar, welchen sie zwischen Dorne und Ast rauskommen lässt, Ameisen anzuziehen, welche wiederum Tiere wie die Giraffe oder den Elefanten fern bleiben lässt. Die Giraffe aber hat erstaunlicherweise gelernt immer gegen den Wind zu essen damit die ausgesendeten Warnstoffe der Akazie die dahinter stehenden Bäume nicht erreicht!

Bisher wurden etwa 2000 Duftstoffe entdeckt aus über 900 Pflanzenfamilien. Jede Familie hat Ihren eigenen „Dialekt“ und gebraucht 5-10 verschieden dieser Duftstoffe. Es wurde weiter beobachtet, dass Pflanzen aus Erfahrungen lernen, d.h. sie erinnern sich an frühere Angriffe und produzieren zum Beispiel schneller Abwehrstoffe. Auch vererben sie dieses Wissen und ihre Erfahrungen an ihre Ableger, welche sich dann von vorne rein effektiver schützen. Es wurde auch erforscht, das Wiesenpflanzenkräuter, welche in Monokulturen gewachsen sind und ihre Ableger dann in Mischkulturen verlegt habkoechlin_pflanzenpalaveren, sich schlechter entwickelt haben, und genauso geschah es umgekehrt bei der Einpflanzung des Kräuters aus Mischkulturen in ein Monokulturbeet. Mindestens genauso viel wie sich vor uns über der Erde zeigt, passiert unter der Erde. Unter Forschern als „Wood Wibe Web“ bekannt. Dort vernetzten sich die Pflanzen mit Ihren Wurzeln und Pilzen und tauschen untereinander Nährstoffe und Informationen aus. In der Erde gibt es eine dynamische Tauschbörse wie auf einem Marktplatz oder Bazaar. Hier zeigte Florianne uns ein Beispiel von einem Flachs und einer Hirse im selben Beet und eine Hirse allein in einem Beet. Die Hirse, die den Flachs als Unterstützer hatte, gedeihte um ein vielfaches besser als die alleinstehende. Bauern bekannt ist hier die 3-Schwestern-Landwirtschaft, wo der Mais die Bohnen unterstützt, indem er sie trägt und die Bohnen den Kürbis mit aus der Wurzel kommenden Nährstoffen und der Kürbis wiederum den Mais.  – Belinda

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